Monatsarchiv für September 2008

Kristina

Schweppes und nicht weiter

Hier ein Foto eines der vielen unsichtbaren Grenzpunkte im Tel-Rumeida-Viertel. Nach dem Schweppes-Laster wird’s gefährlich. Wer weitergeht, muss auf Attacken der Siedler gefasst sein, die im Gebäude dahinter leben. Ungefähr 20 Meter vom Laster entfernt ist das Haus eines Friedensaktivisten und noch ein paar Meter weiter stehen ein paar Häuser von Palästinensern, die in der Vergangenheit von Siedlern attackiert wurden. 

Kristina

Erste Schritte

Der erste ‘richtige’ Einsatztag neigt sich dem Ende entgegen. Gestern nachmittag kamen wir in Hebron an und haben unsere Zeit mit auspacken, einkaufen und Teambesprechungen verbracht.

Unser Tag heute in Stichpunkten für alle, die gerne wissen wollen, was wir außer Toaster-Filmen konkret machen:

  1. Checkpoint-Monitoring an der Abraham-Moschee und -Synagoge, wo Adam, Eva, Abraham und vermutlich noch weitere Tora-Bibel-Koran-Stars begraben sein sollen (zu trauriger Berühmtheit gelangte die Abraham-Moschee 1994 als der israelische Siedler Baruch Goldstein in der Moschee Amok lief und 29 betende Muslime erschossen hat). Nachdem heute der erste Freitag während des Ramadan ist, war es entsprechend voll, aber an sich eine relativ entspannte Atmosphäre. 
  2. Besuch bei Ladenbesitzern und Einwohnern in der Gegend um die Abrahams-Moschee, um auf dem Laufenden zu sein, was in der letzten Woche war: so weit alles ruhig.
  3. Tour mit einem palästinensischen Aktivisten von ISM (International Solidarity Movement) durch Tel Rumeida (ein Stadtteil, in dem Palästinenser und israelische Siedler auf engstem Raum leben) und Besuch gefährdeter Familien. Eine der Familien berichtete, dass sie seit Anfang August kein Wasser mehr bekommen haben, weil Siedler, die direkt über ihnen wohnen, ihre Wasserleitungen zerstört und Müll in den Wassertank geworfen haben. Seit ein paar Tagen haben sie eine eigene Pumpe, was das Problem hoffentlich löst.
  4. Absprachen mit unterschiedlichen Friedensorganisationen.
  5. Verfassen unseres täglichen Berichts, der am Sonntag als wöchentlicher Bericht ans EAPPI-Büro nach Jerusalem geht.
Kristina

Jugend forscht

Neues aus dem Reich der Erfindungen:
Sie glauben, Sie wissen wie ein Toaster aussieht? Sie haben ja keine Ahnung! So hat ein Toaster auszusehen:

vimeo Direkt
Gefunden habe ich ihn im Mount of Olives Hotel in Jerusalem.

Über den Link kann das Video auch als Quicktime-Datei heruntergeladen werden.

Kristina

Educational Bookshop

Wenn es einen Laden in Jerusalem gibt, den ich empfehlen kann, dann den Educational Bookshop in der Salah ad-Din Straße 22 (nicht weit entfernt von ”The Garden Tomb”, einem der vielen angeblichen Gräber Jesu). Offensichtlich wird er öfter von EAs besucht, was auf dessen Internetseite dokumentiert ist. Hiermit eröffne ich einen Wer-findet-das-Indiz-Wettbewerb.

Heute war ich jedenfalls zum ersten Mal in dem Laden und es war gar nicht so einfach ihn zu finden, weil er so klein ist. Das Erstaunliche ist aber: er gibt alles – egal ob Palestina-Reiseführer, Arabisch- und Hebräisch-Lehrbücher, Nahost-Cuisine-Kochbücher (eines hab ich mir gleich gekauft) oder Zeitschriften wie Men’s Health! Alles mit Ausnahme des ersten Bandes von Let’s Speak Arabic von Omar Othman. Heute sollte eigentlich die neue Lieferung kommen, aber stattdessen hatten sie nur Let’s read and write Arabic, also hab ich das gekauft. Und worauf ich besonders stolz bin: ich habe einen Schreibfehler im Lehrbuch entdeckt! Nur schade, dass ich keinen Rotstift zur Hand hatte (das wäre Dr. D nicht passiert):

 

Was mich außerdem mit Stolz erfüllt: ich bin seit wenigen Stunden im Besitz der druckfrischen (sie kam erst am heutigen Nachmittag im Laden an) 2. Ausgabe des Reiseführers Palestine & Palestinians. Über dessen erste Ausgabe habe ich bereits vor ein paar Wochen berichtet

Und noch etwas ist besonders an diesem Laden: es kann passieren, dass man von einem Techniker angesprochen wird, der 18 Jahre im Gefängnis verbracht hat, weil er öffentlich gesagt hat, dass Israel Nuklearwaffen herstellt. Über ihn hat Yoel Cohen folgendes Buch geschrieben: Whistleblowers and the Bomb – Vanunu, Israel and Nuclear Secrecy.

Kristina

Aachener Friedenspreis

Wie mir ein besonders eifriger und liebenswerter Blog-Leser soeben mitgeteilt hat, gibt es erfreuliche Neuigkeiten: just einen Tag nachdem wir den Vortrag der MachsomWatch-Aktivistin gehört haben, hat MachsomWatch gemeinsam mit dem palästinensischen Pfarrer der Geburtskirche in Bethlehem, Mitri Raheb, den Aachener Friedenspreis überreicht bekommen. Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist!

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