Monatsarchiv für September 2008

Kristina

Ramadan Kareem!

Wie bereits per Kommentar festgestellt wurde: ja, es ist Ramadan und ja, ich bin so weit möglich darauf vorbereitet. Allerdings arbeite ich noch daran, eine Strategie fürs heimliche Trinken und Essen zu finden. Ein junger Mann, bei dem wir vor ein paar Tagen in Hebron zum Abendessen eingeladen waren, hat sich über die tollpatschigen EAs schlapp gelacht, die in den vergangenen Jahren während des Ramadans ihren Freiwilligendienst geleistet haben. Die hatten ihre Cookies und ihr Wasser in der Weste und haben ihren Kopf zum Trinken dann schlicht unter die Weste gesteckt, was nicht so wirklich unauffällig war…

Ramadan ist ein bisschen wie Advent, weil die Straßen und Fenster mit diesen herrlich kitschigen Lichterketten geschmückt werden,  die man aus der Nürnberger Südstadt kennt. Und neben Sternen hängen überall Halbmonde und es gibt tausend Fressbuden am Straßenrand nach Sonnenuntergang. Besonders erwähnenswert an dieser Stelle: Die Stadt Jerusalem trägt erfreulicherweise auch ihren Teil bei und schmückt das Damaskus-Tor jedes Jahr mit ein paar Lichterketten. 

Und so sieht’s während des Ramadans in der Altstadt aus:

Kristina

Wild Wild West

“Never touch a Settler. You could be accused of attacking them!”
(Fass nie einen Siedler an. Du kannst beschuldigt werden, sie angegriffen zu haben!)

Mit diesen Worten reagierte eine der EAPPI-Koordinatorinnen auf meine Frage, ob ich ein Steine-werfendes Siedlerkind daran hindern sollte, mit seinen Attacken weiter zu machen. Ich habe langsam das Gefühl, in einem Western mitzuspielen. Das dumme ist nur, dass ich keinen dieser coolen Revolver mit mir herumtragen darf. Mir wurde gesagt, dass das irgendwie gegen das Prinzip der Gewaltfreiheit verstößt. Immerhin: Die Siedler in Hebrons Altstadt kommen fast ausschließlich aus den USA. Wenn das mal kein Indiz ist…

« Vorherige Einträge